bin dann mal weg... 1 Jahr Uganda

 
12Juli
2013

3862 km oder auch über 100 stunden im Bus

nachdem wir (Angi, Walter und ich) kurzfristig einen Urlaub in Kenya geplant hatten ging es am Montag, den 3.Juni um 6 uhr früh auch schon los. Abends zuvor noch ganz ugandisch auf den letzten drücker ein Zelt organisiert. Walter hatte uns Plätze im unglaublich gemütlichen Kampala Coach.... in einer Sitzreihe 5 enge sitze... los gehts. Gegen 4pm und noch relativ motiviert sind wir dann in Kitale angekommen. los geht die suche nach einem Bus nach Lodwar entweder gleich um 6 oder morgen früh...  wir beschliessen es durchzuziehen und fahren über nacht 11 stunden über die wohl mit abstand schlechteste Strasse Kenias und eine wohl wunderschöne Landschaft. wird schon nicht so wild sein... falsch gedacht: wärend der Fahrt haut es mich regelmäßig aus meinem sitz, der Staub fliegt nur so durch den Bus.  anfangs noch witzig, wird das schlafen bald zur Herausforderung. was man von der Landschaft erahnt scheint wunderschön zu sein. Zurück also definitiv tagsüber ;) der Teer der Strasse lässt sich an manchen Stellen nur noch erahnen, teilweise besteht die Strasse nur aus Steinigem untergrund und/ oder Sand, durch ausgetrocknete Flussbetten und Steppe.gegen 8 uhr kommen wir in Lodwar an. ein kleines Stätchen so ganz anderst als alles was ich bisher in Uganda oder Kenia gesehen habe. Die Gegend ist trocken, die Strassen sandbedeckt. Vereinzelt sieht man immer wieder Turkana Leute (das dort ansässigen noch ziemlich taditionell lebende Volk) mit ihren langen Stöcken, vielen Halsketten und ihrer ganz eigenen Frisur und Kleidung. Walter und Angi konnten im Bus garnicht schlafen und auch mir tut alles weh. immer wieder bin ich aufgewacht weil ich mir irgendwas  angeschlagen habe oder mal wieder nen Satz aus meinem Sitz gemacht habe. Also beschließen wir erstmal zu frühstücken und dann ein paar stunden zu schlafen. Es ist fast zu heiß zum schlafen, vor allem als auch noch der Strom, und somit auch der Ventialator, ausfällt. Geduscht wird anschließend mit nem Eimer Wasser... übrigens dringenst nötig, wir bestehen praktisch nur noch aus Staub.

in Lodwar Kitale... unser Bus nach Lodwar... das Beladen hat begonnen

Anschließend gehts im Matatu (sammeltaxi)noch 2 std weiter nach Kalokol,einem kleinen dorf oben am turkanasee. doch bis das Taxi voll ist dauerts auch erstmal über 1 std. Die landschaft ist wunderschön. vereinzelt sieht man die Dörfer der Turkana Leute, Ziegenherden und wild lebende Dromedare. Traditonelle Hütten werden bald von einfachen Wellblechhütten abgelöst. unser Guesthouse besteht aus einem Hinterhof hinter einem kleinen Restaurant mit lauter Einzelzimmern, also Teilen Angi und ich uns ein Bett. Die Räume sind ohne Strom und spärlich eingerichtet, die gemeinschaftstoilette ist ein stinkendes loch im boden in einem Wellblechverschlag voller Kakerlaken. Mittlerweile ist es dunkel. Der Sternenhimmel ist Atemberaubend.

 

von Lodwar aus Richtung Kalokol kurz vor Kalokol... es wird auch langsam dunkel klägliche Zimmerbeleuchtung unseres Guesthouses ... und der dazugehörige Hinterhof Kalokol.... nicht mehr weit bis zum See

Am nächsten morgen gehts aufm Boda (Motoradtaxi) weiter zum Lake. Dort verhandeln wir mit einem Fischer für ein Boot zur Insel. Es ist unglaublich heiss. wir haben uns mit 11 litern wasser, toast, butter und tomaten eingedeckt.es zieht sich alles hin... aber gegen 1 uhr gehts dann los... in einem kleinen fischerboot über den See. der see ist etwas unruhig... ein kleines Abenteuer. aber schon bald sehen wir die Insel. gemeinsam mit den beiden Fischern hieven wir das Boot an Land und haben die Insel (ein Nationalpark) für uns.

wir sind fast da... nur noch wenige Meter bis zum See... wird auch langsam mal Zeit die restlichen Meter zu Fuß... ... da ist er! und auch unser Boot kurz vor der Insel

Die Insel ist nicht sehr groß, auf ihr sind 3 kraterseen mit Krokodilen und Flamingos, sowie ein Vulkan. wir machen uns auf den Weg Richtung Krokodilsee... leider erahnen wir nur eines, ganz weit weg. zurück am campingplatz gehts erstmal schwimmen... oder eher planschen am Uferrand, den laut fischer gibt es zwar Krododile im See aber Menschen schmecken denen nicht... schwimmen sei kein Problem. die Aktion ist uns dennoch nicht ganz geheuer. das ufer ist steinig,denoch tut die Abkühlung gut. Es ist schon fast dunkel als wir unser zelt aufschlagen... ein kleines 2 -Mann- Zelt. Die nacht ist heiß, eng, der Boden ist hart, die Moskitos quälen uns. Im morgengrauen machen wir uns auf den Weg für eine Tour auf der Insel. vorbei am krokodilsee weiter zu den Flamingos (die haben ihren eigenen See), die jedoch auch nur aus der Ferne zu erahnen sind, und von dort weiter auf den Vulkan. Es ist anstrengend und heiß, nach 4 stunden sind wir zurück im camp. jetzt gibt es erstmal Frühstück. gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zurück.

Krokodilsee Krokodilsee Krokodilsee die 3. auf der Insel.... ... unterwegs.... .... Flamingosee... ganz weit weg die Flamingos :(

die Bootsfahrt ist diesmal entspannter, der See liegt ruhig vor uns. In Kalokol bietet uns ein Mann an uns für einen kleinen Betrag an uns in seinem Auto nach Lodwar mitzunehmen. Im Auto sitzt bereits eine Turkana Frau mit Baby, ein weiterer Gast steigt zu, es ist eng. noch kurz zur "Tankstelle" das Benzin gibt es in Plastikflaschen abgefüllt zu kaufen, anschließend noch den geflickten Reifen von der letzten Panne abholen und los gehts.Nach einer viertel stunde... panne, der Reifen ist platt. wärend der fahrer zurückgeht um den gerade erst geflickten Reifen aufpumpen zu lassen warten wir. doch bald hält das nächste auto und nimmt uns mit. Die beiden sind ganz nett, sie besorgen uns eine gute unterkunft in lodwar. Dort finden wir auch raus das von lodwar aus nur Nachtbusse zurück nach Kitale fahren (tagsüber wäre es zu heiß zum fahren) also versuchen wir am nächsten Tag eine andere Möglichkeit zu finden wie wir tagsüber weiterkommen.

Panne... Strasse nach Lodwar... Topzustand... warten auf den Ersatzreifen Strasse Richtung Lokichar ... richtung Lokichar

Gegen Mittag finden wir einen Kleinbus der in die nächstgrößere Stadt nach Lokichar fährt (ungefähr ein drittel der Strecke). von dort wollen wir ein weiteres öffentliches Transportmittel zur nächsten Stadt oder gar Kitale finden. Fehlanzeige... gibt es wohl nicht. Sollen auf den Nachtbus warten der in 5 std oder so kommen soll. Wir lernen einen Truckfahrer kennen, der uns anbietet uns für den Buspreis nach Kitale mitzunehmen. Wir machen es uns hinter den Sitzen auf eine Liege bequem. vorne Sitzen noch 2 weiter Fahrgäste, einer bewaffnet was sich noch als glücklicher Zufall rausstellen soll. Es ist ein Tanklaster, der sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 -30km/h auf den Weg macht. Es ist kaum auszuhalten. Die Strassenverhältnisse sind katastrophal, bei jedem noch so kleinen Loch schüttelt es uns durch, regelmäßig haut es den Anhänger an die Füherkabine. Die beste Idee war das definitiv nicht. nach ca einer Stunde überqueren mehrer Kuhherden die Strasse, wir müssen anhalten. Dabei bewaffnete Hirten, die sich auch gleich mit Fahrer und Co unterhalten. Die scheinen von der Situation auch nicht gerade begeistert. wir sind froh um den bewaffneten Soldaten den wir dabeihaben. ohne weitere Probleme geht es aber ziemlich schnell weiter. Es wird bald dunkel und wir machen uns sorgen wie wir so die ganze Nacht durchfahren sollen. Es ist wesentlich unangenehmer als im Bus und auch gefährlicher. Also beschließen wir im nächst größeren Ort auszusteigen und dort dann doch auf den Nachtbus zu warten. nach 2 Stunden fahrt tut uns alles weh. wir laufen richtung Ortszentrum, wir werden angestarrt, eine ganze Horde Kinder folgt uns. An der Strasse warten wir auf den Nachtbus, von denen wohl 3 fahren. Der erste fährt durch und ist relativ voll, einige stehen schon. Der 2. rast vorbei. Den 3. müssen wir also wirklich nehmen. Der ist jedoch so voll dass gerade noch Angi und Walter sich reinquetschen können. Alles kein Problem, ich darf dann neben den Fahrer sitzen. Klingt besser als es ist. Ich werde zwischen Fahrer und Türe gequetscht. Gerade genug Platz für ein Gesäßhälft. und wir haben noch nichtmal die Hälfte der Strecke hinter uns. neben mir der Feuerlöscher, an den ich mir jedesmal den Kopf schlage sobald ich auch nur einnicke. In Ellenbogenhöhe die Türklinge, und bei der ich ständig befürchte ich könnte aus Versehen die Türe öffnen. Der Tag kann ja nur noch besser werden. Wird er! vor uns ein Unfall. 2 Kleinlaster haben sich ineinander verhakt als sie aneinander vorbeifahren wollten. es staut sich, jeder steht vor den Lastern, es wird diskutiert, dann muss Platz gemacht werden weil sich ein Armeewagen vorbeiquetschen will. nach über einer halben Stunde setzt sich endlich jemand ans Steuer des einen Lasters und fährt langsam zurück. Problem gelöst. Es kann weitergehen. Gegen 6 Uhr morgens erreichen wir endlich total erledigt Kitale. Wir suchen uns ein Guesthouse und fallen totmüde ins Bett. Mittlerweile ist Samstag, der ganze Trip hat 5 Tage gedauert. Nach einer rießen Portion Pilau trennen sich unsere Wege. Walter geht zurück nach Kampala, Angi und Ich weiter nach Nairobi. Wir kommen dort mitten in der Nacht an, es ist bitterkalt. Wir haben vor 2 Tage hier zu bleiben. Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zum Giraffencenter. Also mit dem Matatu in die Stadt und dann in dieser rießigen, unübersichtlichen Stadt das richtige Matatu zum Center finden. Mit Hilfe finden wir das auch ganz schnell ( nachdem ein hilfsbereiter Fahrer mit Erklärungen nicht weitergekommen ist, schickt er eine junge Frau mit uns los). der Giraffencenter ist ganz cool,die Giraffen kommen her und man kann sie füttern, aber es ist ziemlich voll. Wir gehen ziemlich schnell weiter in einen Nationalpark und machen dort den Natur Walk, bei dem man auch verschieden Tiere sehen kann. Anschließend schauen wir noch beim der benachbarten Auffangstation für Waisen vorbei. Bis auf ein Giraffenbaby sind die aber alle schon ziemlich groß, eigentlich fast alle ausgewachsen. aber man sieht eine Menge Geparden und Löwen.

Giraffencenter Babygiraffe

Wir nehmen uns wieder ein Matatu Richtung Stadt, unser Plan ist was essen und dann das richtige Matatu nach Hause finden. Wir wollen Burger, da sollte man doch meinen das man sowas in ner Stadt wie Nairobi an jeder Strassenecke findet. wir irren 2 std durch die Stadt bevor endlich etwas finden wo wir in plastiktüten verpackte burger kaufen können. Selbstverständlich dauert es auch noch ne ganze Weile das passende Fahrzeug zum Hostel zu finden. Es reicht uns, wir sind so genervt, mittlerweile auch jeden Tag irgedwohin unterwegs oder kommen irgendwo an, das wir kein Bock mehr auf noch einen Tag herumirren in Nairobi haben. Wir beschließen am nächsten Tag weiter zu fahren. Wir wollen eigentlich weiter auf die Insel Lamu im Nordosten, da man aber über Mombasa fahren muss, direkt fährt nichts, beschließen wir uns einen Tag Pause in Mombasa zu gönnen. So ging dann auch unser Montag drauf. 8 Stunden im Bus Richtung Küste. Und wiedermal saßen wir gefühlt den ganzen Tag nur im Bus. Wir passieren einen Nationalpark, sehen immer wieder wildlebende Dromedare, gelegentlich mal nen Affen. Die Landschaft verändert sich langsam. Von flach und grün, über trocken und hügelig, bis an der Küste dann wieder etwas grüner und flacher wird… die Rote Erde wird von Sand und Palmen abgelöst. Nach 8h, es war inzwischen auch schon dunkel, erreichen wir endlich Mombasa. Wir nehmen uns ein Tuktuk (Rischka ähnliches motorbetriebenes Fahrzeug) zum günstigsten Hostel das wir im Reiseführer finden. Ist spärlich eigerichtet, bad wird vom ganzen Stockwerk geteilt, aber mit Balkon. Wir fühlen uns wohl, noch kurz Pilaw und dann fallen wir nur noch ins Bett. Da wir bis jetzt jeden Tag unterwegs waren, beschließen wir uns einen Tag Pause hier zu gönnen. Am Nächsten morgen, nach einem Frühstück mit Milktea und Mandazis machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. Wir wollen zum Wasser( das Zentrum Mombasas liegt auf einer Halbinsel, auf einer Seite über eine Brücke, auf der anderen über eine Fähre zu erreichen). Leichter gesagt als getan… die Altstadt ist zwar klein, aber besteht aus lauter schmalen, verwinkelten und in der Regel ungeteerten Gassen. Überall alte, überwiegend weiße Häuser, kleine Stände, Menschen und Tuktuks die sich durch die Gassen schlängeln. Wir werden von einem Reiseführer angesprochen und beschließen mit ihm eine kleine Tour zu machen. Zum alten Hafen, zum ältesten Haus, über den Fischmarkt, Fort Jesus (wahrzeichen Mombasas) zum Gewürzmarkt. Gegen Mittag entspannen wir bei Tea, Eis und entspannen an der kleinen Promenade der Altstadt.

Unterwegs in Mombasa... ... .... ... Fort Jesus ... im Bus

Früh am nächsten Morgen geht es weiter die Küste hoch in den Norden. Dort, nur wenige Kilometer von der Somalischen Grenze entfernt liegt die Insel Lamu. Wiedermal sitzen wir 8h im Bus. Je weiter hoch wir kommen, desto schlechter wird die Strasse (aber kein vergleich zur Strasse hoch an Turkanasee), von dort tuckern wir mit der Fähre ( kleines, vollgestopftes Fischerboot) langsam zur Insel. Als wir dort ankommen ist es nachmittag. Der Hafen gehört zur Stadt Lamu, wobei Stadt wirklich schon zu hoch gegriffen ist. Mehrere weiße Häuser, an der Promenade, ein paar schmale Gassen…. Es ist schön hier. Wir kommen an, jeder will uns helfen, es scheint jeder kann ein paar Brocken Deutsch. Wir laufen keine 2 Minuten zu unserem Guesthouse. Einem wunderschönen alten Gebäude mit max. 6 Zimmern. Die schmale Treppe nach oben in den 2. Stock. Das schönste Zimmer das wir auf unserer Reise bis jetzt hatten. Mit Warmwasser! Es gibt ein im orientalisch gehaltenen Aufenthaltsraum mit Blick auf den Ozean. Wir sind begeistert. Nach dem Abendessen (ich hatte schon ewig keine Spaghetti Bolognese mehr gegessen) machen wir noch eine Runde (1/2std höchstens) durch die „Stadt“ und relaxen dann in unserem Guesthouse. Am nächsten Morgen um 10 steht schon unser Freund vom Tag zuvor da (er hatte uns zu dem Guesthouse gebracht) und holt uns zu unserem Eselritt zum Strand ab. Ach ja hatte ich erwähnt das es auf Lamu kaum Autos (habe höchstens 3 gesehen), dafür aber Unmengen von Eseln gibt, die sich zum größten Teil frei auf der Insel bewegen. Und natürlich gibt es daher auf Lamu auch das wohl einzige Eselkrankenhaus Kenias. Na dann mal los. Ich erwische den kleineren der Beiden Esel. (Meiner heißt übrigens Monkey). Ich habe Mühe mich oben zu halten. Mein Füße streifen fast auf dem Boden, ich habe das Gefühl jeden Moment runter zu rutschen. Durch den Sand, vorbei an teilweise schon bekannten Gesichtern (ich hatte ja gesagt, Lamu ist klein) geht es immer an der Küste entlang. Es ist wunderschön, wäre es nur nicht so unbequem auf dem Esel. Der scheint mit mir auch net gerade glücklich zu sein. Nach der hälfte der Strecke beschließe ich Monkey lieber Gassi zu führen… oder er eher mich. Nach ca 30 - 45 min, erreichen wir den 12km langen, fast menschenleeren Traumstrand. Wir bleiben 2 Tage auf Lamu, genießen Sonne, Wasser, Strand. Da keine Saison ist,ist kaum was los hier.

Guesthouse... Blick auf den Hafen Guesthouse Monkey and me Lamu town auf dem Weg zum Strand... ... ... ... Esel überall und da is er... der Strand Relaaaaaaaaaaaxen Eselkrankenhaus :)

Am 3. Tag machen wir uns auf den Weg zum Watamu Beach. Der liegt zwischen Lamu und Mombasa. Wir kommen Mittags an und gehen gleich zum Strand. Der Sand ist strahlend weiß, es gibt 2 Buchten, jedoch gibt es eine Menge Algen hier. Nicht unbedingt einladend zum Baden, aber wir chillen und spazieren am Strand, haben trotzdem ne gute Zeit.

Blue Lagune Bay immer noch... stahlend weißer Sand, Sonnenschein... uns gehts bestens die andere Bay... langsam wirds dunkel

Am nächsten Tag geht’s weiter nach Mombasa, dort unterhalb liegt der Diani Beach, der wohl schönste Strand Kenias. Geplant hatten wir dort in einem Baumhaus zu übernachten. Aber ungeplant wie wir eben sind, war da leider alles voll. Schlussendlich landen wir im Backpackers. Am nächsten Tag geht’s zum Strand. Weißer Traumstrand, türkisfarbenes Wasser. Ein Traum. Etwas voller als in Lamu, trotzdem kaum was los hier. Es ist heiß und windig. Entspannter kann es kaum noch werden. Nachmittags noch was essen und dann zurück nach Mombasa.

Diani Beach.... ... ...

Der urlaub ist jetzt auch schon fast vorbei. Wir genießen noch einen Tag in Mombasa. Bissle shoppen, chillen… ja wenns so einfach wär. Auf dem Markt rennen uns die Verkäufer regelrecht hinterher, kaufen wir nichts sind sie beleidigt oder verfolgen uns … nach 2 std sind wir so genervt… wir haben die Schnauze voll. Wir suchen uns ein Cafe… und dann wollen wir endlich mal richtig Seafood essen. Aber auch das ist gelinde gesagt eine Enttäuschung. Naja egal. Der Urlaub war trotzdem der Hammer. Am nächsten morgen machen wir uns auf den Weg nach Kampala… ganz untypisch (und das meine ich wirklich so!) kommt unser Bus 1,5h zu spät. Egal… direktverbindung… jetzt heißt es 24h Bus fahren. Dummerweise geht unser Bus vor Nairobi kaputt. Es ist mittlerweile dunkel und kalt hier in Nairobi. Hier müssen wir jetzt nochmal ne ganze Weile warten bis der Ersatzbus auftaucht. Aber dann geht’s ohne weitere Unterbrechungen weiter nach Kampala. Und da unser Fahrer sich so ins Zeug legt um die verlorene Zeit aufzuholen, schaffen wir die Strecke sogar unter der erwarteten Zeit. Es ist schön wieder daheim zu sein. Wir waren insgesamt 2,5 Wochen unterwegs, in dieser Zeit haben wir über 100 std in Bussen verbracht und haben 3862 km zurückgelegt. Aber die haben sich gelohnt!

13Dezember
2012

How to live in Kampala

Diesen Beitrag habe ich zusammen mit meiner Mitbewohnerin Angelina geschrieben.
Wir wollen am Anfang nur darauf aufmerksam machen, dass das Folgende nur unserer eigenen Wahrnehmung und Erlebnissen entspricht. Wir möchten und können nichts verallgemeinern. Mit diesem Beitrag wollen wir euch nur etwas mehr Eindruck in unser Leben hier geben. 
Viel Spaß beim Lesen. 
1. Fortbewegung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Fortbewegung. Eine Möglichkeit ist das Sammeltaxi, auch Matatu genannt. Dieses ist in der Regel ein kleiner Toyota Bus mit 15 Sitzplätzen, was jedoch selten bedeutet, dass nur 14 Passagiere mitfahren. Jedes Matatu hat einen Fahrer und einen Conducter. Der Conducter sitzt direkt hinter dem Beifahrersitz an der Tür, ruft oder zeigt durch bestimmte Handzeichen das Fahrtziel oder die Richtung an und sammelt das Geld ein. Hast du dich also dazu entschieden, mit einem Matatu zu fahren, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du stehst am Straßenrand oder der Stage und wartest auf das richtige Matatu, was zwischen einigen Sekunden bis zu einer Stunde dauern kann. Bist du jedoch in der Innenstadt unterwegs, musst du dir erstmal dein Matatu suchen, denn sie haben immer ihren eigenen Standplatz, der aber auch je nach Tageszeit und Laune variieren kann. Es soll wohl ein System vorherrschen, welches jedoch nicht immer ersichtlich ist. Hast du dein Matatu gefunden, such dir einen Platz. Ganz hinten musst du dich durchdrängeln und Klettern, in der Fahrerkabine hast du Platz und es bleibt bei 2 Personen auf 2 Sitzen, in der Mitte wird am meisten gequetscht. Es sitzen bei viel Betrieb dann auch mal 25 Leute im Matatu. Sitzt du auf den Klappsitzen, musst du ständig damit rechnen, aufstehen zu müssen, um Leute herauszulassen. Dann heißt es also, klettern, stoßen, quetschen. 
In der Innenstadt musst du dann warten, bis der Conducter beschließt, dass das Matatu voll ist und die Fahrt kann losgehen. Wenn du aber aus der Umgebung kommst und das Matatu noch nicht voll ist, hält das Matatu alle gefühlte zwei Meter an, um Fahrgäste einzusammeln, welche mit einem Hupen auf das Matatu aufmerksam gemacht worden sind. 
Die Fahrt: Die Sitze sind nicht alle gemütlich. Manchmal stehen einige Metalstangen heraus oder du sitzt auf einem halben Sitz. Das Matatu ist nicht unbedingt wasserdicht, besonders auf den hinteren Sitzen kommt es oft vor, dass du bei Regen nass wirst. Wenn der Motor nach kurzer Zeit dann auf Hochtouren ist, wird der Metalboden auch gerne mal zu einem Herd. Vom Fahren mit dünnen Sohlen wird abgeraten. Durch die geringe Qualität der Straßen und Autofederung wird die Fahrt zu einem Bullenritt. Hinzu kommt das die Verkehrslage dir nie verrät, wie lange du für eine Fahrt brauchst. Es kann schon einmal vorkommen, dass du für eine Distanz die 4-fache Zeit benötigst, als üblich. Wenn du aussteigen möchtest, sagst du laut "Masao" ( Dort drüben), "Stage", "Parking" oder du klopfst gegen die Metalwand des Matatus.
 
Kurz gesagt: 
- günstig aber oft unkomfortabel 
- sicherer als ein Boda
- nichts für Menschen, die Wert auf Pünktlichkeit legen
Eine andere Möglichkeit ist das Motorrad, auch Boda Boda genannt. Dieses bevorzugt man, wenn man nicht gerade eine Weile für die Suche eines Matatus aufwenden möchte, der Stau eine Fahrt mit einem Matatu unerträglich machen würde, wenn auf der Strecke keine Matatus fahren, man zu oft umsteigen müsste oder wenn einfach keine Matatus mehr fahren. Hast du dich entschieden ein Boda zu nehmen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die Erste ist, dass du zu einer Boda-Stage gehst und dir einen Fahrer aussuchst. Die Stages haben einen "Leader", der von den anderen Fahrern einen Betrag dafür bekommst, dass sie bei ihm stehen dürfen. Diese sind somit etwas sicherer, da der "Leader" alle seine Fahrer kennt und falls etwas passieren sollte, man den verantwortlichen Fahrer zurückverfolgen kann.
Die Zweite ist, dass du ein Boda, was gerade vorbeifährt, herauswinkst. Wie gesagt, sind die nicht zurückzuverfolgen, aber dafür meistens etwas günstiger. Eine häufige Konversation zwischen Bodafahrer und Fahrgast:
Fahrgast: "I want to go to town! ( Ngenda ku mukibuga)"
Boda: "Where exactly?"
Fahrgast: " Old Taxi Park"
Boda: " Ok, sit"
Fahrgast: " How much? (Ssente meka) "
Boda: schaut den Fahrgast an,..überlegt. 6 Thousand! viel zu hoch. Vergleich zum Matatu: 1500 pro Person
Fahrgast: lacht,.. "No, thats too much" ( Ezo nyingi nnyo) You are kidding (Osaga!)
Boda: lacht, weil du Luganda sprichst und Recht hast. "How much do you have?"
Fahrgast: 1500
Boda: "Eeh??" typische Laut der Ugander, wenn sie verwundert sind. 4000!
Fahrgast: "No, come on. Make 2000."
Boda: schüttelt den Kopf.. No, 4000. It's very far. 
Die Diskussion verläuft dann noch einige Minuten, bis man sich dann auf ungefähr 2500 geeinigt hat. 
In diesem Beispielt weiß der Bodafahrer natürlich, wo der Taxi Park ist. Hast du jedoch ein nicht gerade in der Mitte der Stadt liegendes Ziel, sagen die Bodafahrer: "I know the place". Aber wenn du dann auf dem Boda in der Stadt angekommen bist. Boda: "You know the place?" Wenn du den Weg weißt, dann hast du Glück und kannst ihn lotsen. Wenn nicht, dann wird hier und dort nach dem Weg gefragt und die Fahrt dauert noch einmal eine halbe Stunde länger und gelegentlich bekommst du eine kostenlose Sightseeing Tour dazu. 
Wenn du dann also auf dem Boda dich durch alle Wege durchzwängt. Zwischen den Autos auf der Mitte der Fahrbahn, auf dem Gehweg oder auf der Gegenfahrbahn. Der Weg ist dort, wo man ihn sich sucht. Knie einziehen, aufpassen, dass die Autos dich nicht anfahren und durch. Einige Minuten bevor du dein Ziel erreichst, macht der Bodafahrer dich noch darauf aufmerksam "It's very far!" Ja, schön, mehr zahle ich trotzdem nicht, denn er sagte ja, dass er den Platz kennt. Wenn du dann heil angekommen bist, schaut dich dein Bodafahrer manchmal noch einmal an "It's really far! Add more money!" Du gibst ihm das abgesprochene Geld, verabschiedest dich und gehst.
Kurz gesagt: - gefährlich
                    - komfortabler und teurer als ein Matatu
                    - wesentlich schneller
Auf der Straße fahren außerdem noch Fahrräder mit einem Sitzkissen auf dem Gepäckträger und es gibt auch Taxen. Beides benutzen Johanna und ich jedoch nicht, da das Taxi sehr teuer ist und die Wege für ein Fahrradtaxi zu lang. 
2. Essen und Trinken

Hier in Kampala bekommst du fast alles. Von Heuschrecken über äthiopisches Essen bis zur Pizzeria. In der Innenstadt gibt es viele Local und Fast Food Restaurants. Dort werden die lokalen Gerichte in Mengen und zu einem günstigen Preis angeboten.
Beispiele:
Posho : fester, weißer Maisbrei
Matooke: Grundnahrungsmittel in Uganda. Kochbananen zu einer festen Masse verarbeitet. Schmeckt ein bisschen nach Kartoffeln.
Pumpkin: gekochter Kürbis
Greens: spinatähnlicher Salat
G-Nut-Sauce: Erdnussbutter- Soße
Fleisch: Chicken, Beef, Fisch oder Ziege frittiert, gekocht oder als Chaps.
Sweet Potatoe : die übliche Süßkartoffel.
Chapati: dünnes Fladen aus Wasser und Mehl in viel Fett gebraten.
Dann noch einige Fleischpasten, die auch sehr originell schmecken, bei denen wir den Namen jedoch schon wieder vergessen haben.
Dazu gibt es dann oft noch Irish Potatoes, unsere normalen Kartoffeln, Reis und eine dazugehörige Soße: meistens Bohnen, Erbsen oder Fleischsoße.
Wenn es in dem Local Restaurant Menükarten gibt, muss es noch lange nicht heißen, dass auch alles an dem Tag verfügbar ist. 
Gast: " I want to have Chips and Sausages." 
Kellner: " Okay, let me come!"
Der Kellner verschwindet für einige Zeit. 
Kellner: " There are no Sausages today."
Gast: " Okay, then i take Chicken."
Kellner: "No Chicken."
Gast: " Okay,.. what do you have?"
Kellner: " Chips and Chaps."
Gast: " No fish today?"
Kellner: " No, we have Chaps."
Gast: " Okay, then Chips and Chaps."
Somit wäre die Bestellung auch geregelt. Je nach Laune kommt das Essen ziemlich schnell oder dauert noch eine ganze Weile. 
Eine andere Möglichkeit ist, sich das Essen an der Straße zu kaufen. Dieses ist jedoch viel einfacher in den äußeren Stadtteilen Kampalas. Dort werden an vielen Ständen Rolex, Fisch oder Chicken mit Chips angeboten. Auch Samosas, Chapati, Mandas, gerösteten Mais oder Bananen und allerlei Früchte werden verkauft. Als kleinen Snack kannst du dir dann gekochte Eier und Heuschrecken kaufen.
Kurze Beschreibung: 
Rolex: Chapati mit eingerolltem Omelette, Paprika, Zwiebeln, Kraut und Tomaten. Das Fast Food schlecht hin und es schmeckt super. Natürlich in viel Fett gebraten. 
Samosas: Frittierte Teigtaschen gefüllt mit Reis, Erbsen oder Fleisch.
Mandas: Frittierter Teig bestehend aus Mehl, Wasser und Zucker. 
Die meisten Stände öffenen jedoch erst gegen Nachmittag oder frühen Abend. 
Kurzer Tipp: Wenn du etwas auf ugandische Art zubereitet möchtest, frittiere es!
Bei dem Einpacken der Leckereien wird sich besonders viel Mühe gegeben. Das Chapati brot wird in eine durchsichtige Plastiktüte eingepackt, dazu dann noch in eine extra Tüte einige Samosas. Damit das Chapati nicht kalt wird, wird um die Plastiktüte noch eine Zeitung gewickelt. Alles zusammen kommt dann in eine Papiertüte. Fertig.
Selbst im Supermarkt wird die Tüte Milch in eine Tüte gepackt. Den Strohhalm nicht vergessen. Dazu einige Eier in eine Platiktüte und in die große Tüte mit hinein. Unser Tütenvorrat wächst.
Was das Trinken angeht, werden hier viele Sodas getrunken. Diese kann man in Flaschen oder abgefüllt in kleine Tüten, aus denen man dann mit Strohhalm trinkt, kaufen. Allgemein bekommt man praktisch überall einen Strohhalm mit dazu, denn es kann ja sein dass du deinen Liter Milch unterwegs kurz snacken möchtest. Sonst wird hier gerne Tee getrunken, meist Milchtee. Alles natürlich mit ganz viel Zucker. 
Neben einer Auswahl an schmackhaften Säften, kommt das Bier auch nicht zu kurz. Obwohl man hier auch Bier aus europäischen Ländern erhalten kann, gibt es auch gute ugandische Biere, die wir bevorzugen. Die Marken Nile Special, Nile Gold, Bell und Club scheinen uns hier die beliebtesten zu sein. 
3. Shoppen

Shoppen in Kampala ist anstrengend. Nachdem du dich durch die Menschenmassen der bunten Straßen Kampalas bis zu einem Shop durchgeschlängelt hast, wirst du erst einmal von einem großen Angebot überflutet. Sobald du nur ansatzweise Interesse zeigst, werden dir mehrere Kleidungsstücke entgegen gestreckt. Gehst du nur vorbei, winken dich meist einige Verkäufer zu sich und sagen "First come" oder "First check". Hast du dann etwas gefunden, was dir gefällt geht das übliche Verhandeln wieder los. Es gibt kaum feste Preise. In dem einen Laden wird dir eine Hose gleich für den üblichen Preis angeboten, in einem anderen verlangen sie das dreifache. Da kann es schon eine Weile dauern, bis man mit dem Preis zufrieden ist oder es einfach sein lässt und zu dem zwei Meter entfernten nächsten Shop geht. Diese Shops sind meistens nur kleine Stände, die aneinander gereiht und übereinander gestapelt sind. In den großen Gebäuden Kampalas hinter den Frontständen gibt es noch viele weitere, die man auf den ersten Blick gar nicht sehen kann. Viele von den angebotenen Waren sind Importe aus Asien oder Second Hand Ware, die oft teurer angeboten wird, da sie qualitativ hochwertiger ist. 
In der Regeln findest du keine Umkleidekabinen in den Ständen vor, kannst dann aber natürlich hoffen, dass die Kleidung dir passt, was auch meistens der Fall ist, da die Neuwaren oft in Einheitsgrößen verkauft werden. Wenn du Schuhe gefunden hast, die dir gefallen, kannst du davon ausgehen, dass es nur dieses Paar gibt, das heißt: Wenn dir diese Größe nicht zusagt, dann musst du dir andere Schuhe suchen. 
Kurz gesagt: Das Shoppen ist zeitaufwändig und anstrengend, denn nachdem du etwas gefunden hast, bei dieser riesen Auswahl, steht immer noch das Verhandeln bevor. 
Dennoch lohnt es sich, denn die Farben und Stoffe hier sind der Hammer. 
4. Arbeiten

Die Arbeit wird hier wesentlich entspannter angegangen als in Deutschland. Natürlich ist manche Arbeit auch manchmal schwerer zu bewältigen, wenn einem die richtigen Werkzeuge fehlen. Beispiel Straßenbau: Mit Sparten wird gegraben, wobei in der Regel einer gräbt und fünf dabei zuschauen. Am Straßenrand liegen Steine, die erst noch kleingeschlagen werden müssen, um den Straßengraben zu pflastern. Aber eilig hat es in Uganda eh niemand, solange er kein Boda fährt. 
Eile ist ein menschlicher Irrtum, der in der afrikanischen Provinz nicht sonderlich tief verwurzelt ist. [Henning Mankell in „Die Mangopflanze“] 
Arbeitszeiten werden oft auch nur wirklich ernst genommen, wenn es um die Pausen geht. Hier und dort siehst du auch Bodafahrer auf ihren Bodas schlafen oder die Inhaber der Stände auf einem Tisch abgestützt, denn oft arbeiten diese den ganzen Tag. Die Arbeitszeit wird auch durch das Wetter geregelt. Wenn es regnet, passiert gar nichts. Jeder stellt sich unter einen Regenschutz oder bleibt zu Hause. Man weiß nie, wann es wieder aufhört zu regnen. Bist du also gerade im Essensraum bei der Arbeit, wird dort solange sitzen geblieben, anstatt zum Arbeitsraum durch den Regen zu gehen.  Wenn du "zu spät" kommst, dann nimmt dir das auch keiner Übel. Du wirst schon einen Grund haben. Ob es nun der unberechenbare Verkehr ist, der Regen oder ein persönlicher Grund. Wichtig für die anderen ist nur: Du bist nicht da, weil du nicht da bist und wenn du da bist, ist ja auch gut. 
Das bedeutet nicht, dass die ugandischen Bewohner faul sind. Hier herrscht einfach ein ganz anderer Bezug zur Arbeit und zum Leben. Arbeit ist notwendig um zu leben, aber nicht der Lebensinhalt selbst.

23November
2012

Kampala - meine Heimat auf Zeit und eine Stadt voller Kontraste

 

ich lebe jetzt hier in Kampala seit 2 Monaten und es gefällt mir total gut. Der Name Kampala leitet sich von "Kasozi K'Empala" (Hügel der Antilopen) ab, die Stadt wurde ursprünglich auf sieben Hügeln erbaut, erstreckt sich aber mittlerweile weit über dieses Gebiet hinaus.  Obwohl man Kampala nicht wirklich als schön bezeichnen kann, hat sie ihren ganz eigenen Charm. Es gibt hier keine wirklich alten und schönen Gebäude, das älteste ist glaub um die 50 Jahre. Die Hauser sind praktisch, oft nur aus Ziegelstein, Beton und/oder Wellblech, sehen oft wahllos zusammengewürfelt aus. Natürlich gibt es auch hier Viertel die Nobler sind, wo Kampala sich von einer ganz anderen Seite zeigt, kleine Steinhäuser mit hübschen Gärten, nobelhotels und schöne Clubs in denen jedoch vorwiegend Weiße sind, gepflegte Strassen... man fühlt sich als wär man plötzlich in einer ganz anderen Welt.
Die Town, oder das Stadtzentrum, liegt in einem Tal und hierüber läuft der meiste Verkehr. Wenn man irgendwohin will, fährt man also in der Regel erstmal in die Stadt, dort gibt es zwei große Matatu ( Kleinbusse) parks, den Old and New (welcher momentan renoviert wird, was zu noch mehr Chaos in der City führt) Taxi Park. Dadurch ist die Stadt fast ständig und ganz besondest zu den Rushhours extrem verstopft. Zwischen zahlreichen Matatus, die oft kaum vorwärts kommen, schlängeln sich zahlreiche Bodas (Mofataxis), Fußgänger, gelegentlich auch mal ein Straßenhund, durch. Jede noch so kleine Lücke wird genutz, da heißt es auf dem Boda dann schon mal Knie anziehen und durch oder als Fußgänger Bauch ein ziehn und ab durch die Mitte, zwischen Matatus, zahlreichen Fußgängern, Bodas... irgendwie kommt man schon über die Strasse ohne überfahren zu werden ;) . Augen auf und beeilen beim Strasse überqueren, man weiß nie von wo das nächste Fahrzeug kommt. Der "Gehweg" der sich an manchen Strassen andeutet, löst sich oft schon auf, oder besteht praktisch nur noch aus riesßigen Schlaglöchern oder einfach nur noch aus roter feiner Erde. Die Strassen sind oft nur wenig besser. Es riecht nach Abgasen, Abwasser, vermischt mit dem Duft von Citrusfrüchten, frittierten Snacks...  Am Strassenrand reihen sich Verkaufsstand and Verkaufsstand, oft nur auf einem einfachen Wagen oder einem Tuch auf dem die Waren ausgebreitet und angepriesen werden, an denen sich oft Massen an Menschen vorbeidrängen. Dann gibt es wieder rießige Häuser in denen sich ein Kleiderverkäufer an den anderen reiht, bzw. Schuhe um Schuhe und Schuhe, Stoffe, Handys, Kekse, Trinken, Heiligenbilder, Schmuck, Tücher... alles was man eben irgendwie verkaufen kann... oft billiger Import aus Asien. Dazwischen finden sich kleine Friseurläden, Apotheken, Shops. In den oberen Stockwerken befinden sich oft local Restaurants, Bars, Cafe's... schwierig ist nur wenn man den Eingang sucht, versteckt zwischen diverser kleiner Shops geht dann eine kleine Treppe nach oben, oder wenn man glaubt, was auf der Speisekarte steht, dass gibt es hier dann auch. Aber oft wird man auf den Terrassen der Restaurants mit einem tollen Ausblick über Kampala und dem regen Treiben auf der Strasse belohnt.
 Die Hauptstrasse ist die Kampala Road, die dann irgendwann in die Jinja Road übergeht und! in einem Top Zustand ist (wirklich!) Diese befindet sich oberhalb der Taxi parks und ist deswegen auch meist nicht so stark vom Stau betroffen. Dort befinden sich unter anderm die etwas besseren Geschäfte, clubs, Restaurants... 
unterwegs in der Town...das tägliche Chaos einer von vielen kleinen Schuhständen Stau am Old Taxi Park (links) Seitenstrasse, mit mehreren Second-Hand-Shops parallel,auf den Hauptstrassen der übliche Stau... ;) Old Taxi Park von einem der local Restaurants aus Old Taxi Park in der Town Old Taxi Park immer noch Old Taxi Park :) der übliche Verkehr... nix geht so wird hier vieles transportiert, auf dem Kopf... Obstverkäuferin am Strassenrand Stau... ne Std bis man nur aus der Town raus ist, is normal Eingang zu einem der größten Märkte hier für Kleidung, usw. Stau... alles steht, außer die Bodas, die quetschen sich halt durch Kampala Road Kampala Road Taxi Park... irgendwie hat hier doch alles System... man blickt nur net immer durch ;) vom Matatu aus kann man auch fast alles kaufen Taxi Park auf dem Weg aus der Town unterwegs
Bettler sind häufig, oft sind sie körperlich behindert und/ oder Alt (Alte Menschen sieht man hier sonst eher weniger) ... und was mich verwundert, kaum Strassenkinder. Tagsüber ist hier in der Town immer was los, oft ist sie so voll, dass man kaum vorwärts kommt. aber je später der Abend wird, um so leerer wird es. Nachts wirkt sie dann fast wie ausgestorben an vielen Stellen. Dann gehts in den anderen Stadtteilen rund... die sind wiederrum sehr verschieden. Beispiel... ich lebe in Busega, mit dem Boda ca 15 min zur town (je nach verkehrslage ;) ) Für ugandische Verhältinisse sehr ruhig. Wir haben einen großen Markt, mit sehr viel Fisch , dafür ist die Gemüseauswahl nur durchschnittlich im Vergleich zu den größeren Märkten anderer Stadtteile. Abseits von der Hauptstrasse  (an der ich wohne... und wo es Tag und Nacht laut ist) ist es hier sehr ruhig, wirkt eher dörflich. In 3 minuten bin ich in Natette... Natette ist ganz anderst. es hat viele kleine Stände, mit Kleidern, Schuhen, Elektronic, Essen, Süßigkeiten... sehr sehr lebhaft... und sobald es dunkel wird scheint es als ob es dann dort erst richtig los geht. dann kommen noch mehr Stände die Hähnchen, Fleischspieße, Chapati, RollEx (Chapati mit Omlett und Gemüse... der Hammer!), Samosas( frittierte Teigtaschen mit Erbsen, Fleisch oder Reis), Mandazis (wie Fasnachtsküchle ohne Marmelade) gebratene Bananen, Mais, Fisch anbieten, usw. Es wirkt als ob halb Natette nachts auf der Strasse ist. 
Kampala an sich ist sehr grün und oft auch sehr ländlich... kann sein dass man von der Hauptstrasse abbiegt, auf einem ungeteerten, holprigen Weg landet und das Gefühl hat man ist hier auf dem Land, da laufen einem dann schonmal Hühner, Kühe oder Ziegen übern Weg, Vereinzelte Hütten, neben Wiesen, staubige Strassen auf denen einem lachende und winkende Schulkinder entgegenkommen. Menschen kochen, waschen, reden vor den Häusern.  Nichts mehr zu sehen von dem Chaos und Stau auf der Strasse, von der man gerade abgebogen ist. Es ist hier auch nichts ungewöhnliches wenn auf der Hauptstrasse mal ein paar Kühe, Hühner oder Ziegen entlanglaufen.
Ich hoffe ihr habt jetzt einen kleinen Eindruck von der Stadt in der ich wohne... fühle mich hier meistens sehr wohl, zuhause, kann mir auch garnicht vorstellen momentan nach Deutschland zurückzukommen.. hab mich doch schon ein bisschen in Uganda verliebt. Aber mir bleiben ja auch noch über 9 Monate hier in diesem tollen Land. 
Die Regenzeit ist fast vorbei, wobei man davon net viel gemerkt hat. Es hat nur eine Weile 2mal täglich heftig, statt des üblichen kurzen mittäglichen Schauers, geregnet, jetzt aber seit fast ner Woche garnicht mehr. Dafür merkt man dass es immer wärmer wird :) Also dann ganz viele sonnige Grüße nach Deutschland, bis bald :)
Jo
jetzt noch kurz paar Bilder von meiner Arbeitsstelle, haben die Bilder morgens gemacht, da ich keine Bilder mit Kids hochladen darf um die Kids zu schützen. sonst sieht dass natürlich net so ausgestorben aus, aber um die Uhrzeit waren die Kids alle im Unterricht
Eingang am Eingang Schulgelände schlafräume und ergoraum ergoraum ergoraum innen jungenschlafräume... viel zu klein, eng, dunkel... mein ein klassenzimmer der unteren Stufen Mittagsschlaf im Ergoraum ;) Spielwiese... in den Pausen und nach dem Unterricht viel genutzt Mitarbeiterraum mein tägliches Mittagesse: Posho (Maisbrei... schmeckt nach nix) mit Bohnen
26Sept
2012

oli otya (Hallo, wie gehts)

so jetzt bin ich schon 3 Wochen hier, aber es kommt mir vor als wär es schon viel länger und Deutschland scheint ganz weit weg. Man erlebt hier einfach so wahnsinnig viel, und alles ist hier so ganz anderst wie in Deutschland. Ich arbeite jetzt seit über 2 Wochen, langsam zieht der Alltag ein...

Ich arbeite hier an der kampala school for the physically handicapped in der Ergotherapie,zusammen mit Abdul dem Ergotheapeut und Natascha einer anderen Volontärin, mit. Offiziell hat unsere Schule 145 Schüler aller Altersklassen & alle möglichen Arten von Behinderungen (geistig & körperlich). Die Klassen sind meist relativ klein, die kleinen Stufen haben meistens 2 Lehrer, sowie momentan 3 Volontäre. Dazu kommt noch die Krankenstation mit einer Krankenschwester, die Krankengymnastig in der meine Mitbewohnerin Angi mitarbeiten und der Ergotherapie mit jeweils einem Therapeuten. Während der Schulzeit wohnen die Kinder in der Schule und werden dort von ihren Hausmüttern betreut.

Mein Tag dort beginnt eigentlich um 9 Uhr, manchmal mit Therapien, manchmal Vorbereitungen, wenn jedoch nichts zu tun ist, helfen wir bis zur Teabreak (10.30) manchmal auf der Krankenstation aus. Zur Teabreak treffen sich alle im Stuffroom, Pause is ne halbe std, aber so genau nimmt das da niemand. dann gehts weiter mit den Therapien, die Kinder wo laut Plan an der Reihe sind werden aus dem Unterricht genommen. Das geht dann bis 1 Uhr... dann gibts Mittagessen... und zwar immer Posho (Maisbrei) mit Bohnen & Soße... aber is garnet so schlecht. Inzwischen mag ich es echt. In Schulen und im Knast gibts immer nur Posho mit Bohnen in Uganda... soviel zur vielseitigen Ernährung ;). Pause ist 1 Std und 10 Min... offiziell zumindest... aber in Uganda nimmt man das alles nicht so genau... da sitzt man dann gelegentlich auch mal länger. Die Unterstufe hat jetzt kein Unterricht mehr und viele Kids kommen dann in den Ergoraum um zu spielen, da wir dort Spielsachen haben. Oft ist es schwierig die Kids dann aus dem Therapieraum fernzuhalten, da wir meistens noch Therapien haben. Manche sprechen nur Luganda, und manche wollen einfach nicht verstehen :) Aber meistens ab 3 Uhr können dann alle zum spielen kommen, dann ist immer ne Menge los. Manche brauchen Unterstützung, manche toben wild durch die gegend... so ab 4 versuchen wir dann meistens aufzuräumen, den Kids klarzumachen, dass jetzt Schluss ist... oft nicht immer einfach.

wenn dann aufgeräumt ist haben wir Feierabend. Dann gehts mit dem Matatu zurück nach Hause, je nachdem wie der Verkehr ist dauert das so 15min -30min. Daheim sind wir dann meistens gegen fünf Uhr.

wir haben noch zusätzliche Therapieangebote, die wir dann gemeinsam mit der Krankengymnastig machen, so ist Dienstags z.B. immer Tac Pac (mit Musik, Massagen usw. zur Entspannung der Kids), meistens pro Dienstag eine Klasse. Mittwoch morgens machen wir Sport mit den Kids und jeden 2 Donnerstag gehen wir mit ein paar Kids in der Makarere Universität schwimmen. Freitags sind keine Therapien, da dann Rollstühle repariert und Tische für die Rollstühle gebastelt werdn. Vorletzten Freitag hatten wir jedoch eine Fortbildung, da wurden dann die Kids von den Hausmüttern betreut.

so läuft das in der Regel... aber in Uganda läuft oft alles ein bischen anderst. Die Hydrotherapie am Do z.B., hatt riesig Spass gemacht, aber war mehr spielen und toben im Wasser als Therapie ;) Aber die Kids hatten ne Menge Spass. Hier wird das alles ziemlich entspannt angegangen. auch mit den Zeiten... an unserem 2. Tag, sind wir ne std. zu spät gekommen, da wir erst kein Matatu bekommen hatten und dann als wir eins hatten is des ganz anderst gefahren da zuviel Stau war. Dann mussten wir erstmal ne Weile laufen. Alles kein Problem... dann eben erstmal bissle quatschen und dann zur Teabreak...

Auch die Atmosphäre an der Schule, sehr entspannt, fröhlich, gelassen. Es ist großartig zu sehen wie die kids sich immer gegenseitig helfen und unterstützen. Die Kids im Rollstuhl werden von denjenigen herrumgefahren die (noch einigermaßen) laufen können. wobei viele Kinder so verkrüppelte Füße haben das sie nur noch auf den Zehen, mit gebeugten Knien usw. laufen. Aber wer hier noch so einigermaßen auf seinen 1 - 2 Beinen vorwärts kommt, der läuft hier. Und auch die Hilfsmittel... es fehlt an allen Ecken und Enden, so wird improvisiert, gebastelt, repariert ( hab letzten Freitag mit Hammer und Nagel ein Loch durch ein Rollstuhlstange gehauen um die Fußstütze befestigen zu können... Schrauben und Zubehör werden gesammelt und so ist es immer wieder eine Herrausforderung eine passende Schraube und dazu wieder die passende Mutter zu finden) Wenn ich ein kind nicht verstehe ist meistens jemand da der mir versucht zu helfen. Beim Spielen ist egal welches Alter oder Behinderung, oft wird gemeinsam gespielt, geteilt und geholfen. Die Mitarbeiter geben sich auch alle wahnsinnig Mühe mit den Kids. Auch das Gelände (obwohl es ja mitten in Kampala ist, hat viel grün, ist ruhig, wirkt richtig idylisch... eine andere Volontärin die uns letztens besucht hat meinte: wie eine Oase... Ich fühle mich hier wirklich wohl.

 

so und sonst... vorletztes Wochenende waren wir in Jinja, Freunde besuchen... das erstemal raus aus dem lauten, chaotischen Kampala. Der Weg dahin war schon sehr schön, als wir dann endlich mal aus der Stadt raus waren... vorbei an Teeplantagen, durch Dörfer, den Regenwald... nur leider in einem Matatu... nicht unbedingt die bequemste Art zu reisen ;) 4 stunden druchgerüttelt werden, dann noch die Richtige Haltestelle finden... Nile Station... kennt keiner. also dann in die Stadt rein, dann doch wieder zurück, nach mehrerern Telefonaten mit Jule, und langen Diskussionen mit Bodafahrerern ( wohin, wieviel... , den das letzte Stück wo wir hinmussten fährt kein Matatu hin...). Als wir dann endlich dawaren, wars fast schon dunkel. Aber sooooo wahnisnnig ruhig is es bei denen, dafür funktioniert aber die Dusche net und sie haben Ratten. Da bin ich doch mit meinen Ameinsen ganz zufrieden.

Am nächsten Tag erstmal die Gegend erkundet (zwei sind auch erst Mitte der Woche angekommen und hatten noch keine Zeit dazu) und dann festgestellt die Source of the Nil, die einzig wahre, echte Nilquelle, ist genau gegenüber von ihrer Wohnung :D Wir haben dann erstmal den Wachmann mit ca. 32 Ct bestochen dass wir dort ca ne Stunde bleiben durften. Dann sind wir die Bahngleisen entlang Richtung Victoriasee. war an dem Tag auch richtig fleissig und hab endlich mal paar bilder gemacht ;) Anschließend noch nach Jinja ( obwohls die 2.größte Stadt in Uganda sein soll, kein Vergleich zu Kampala... so ruhig, relaxed... auch mal schön. Die Heimfahrt war dann auch der Hammer. Mitten im Wald is uns das Matatu kaputtgegangen. Irgendwie haben sie es dann mit Anschieben geschafft bis zur nächsten Stadt zu kommen. Dort das Matatu gewechselt und das war so eng, dass ich nur mit angezogenen Knien sitzen konnte... war dann doch schön wieder daheim zu sein. Soviel zu meinem ersten richtigen Wochenende in Uganda

Ach das muss ich euch auch noch erzählen... hab euch ja erzählt was wir uns so die erste Woche hier gegessen haben... als ich den Leuten hier erzählt hab das ich Matoke und Poredge mit Zimt und Zucker gegessen habe, wurde ich erst ungläubig angeschaut und dann in der Regel ausgelacht :D Angi meine Mitbewohnerin hatte jetzt einen Kochkurs und am Wochenende versuchen wir uns nochmal mit Matoke ;)

Achja und diese Woche müsste eigentlich mein Lugandakurs starten... muss nur noch unseren Lehrer anrufen...

Also mir gehts hier super gut, beim nächsten Mal erzähl ich euch vielleicht bissle mehr über die Kultur, Kampala, die Leute hier... mal schaun ;)  bis zum nächsten Mal... viele liebe Grüße aus dem sonnigen Uganda ;)

Jo

 

 

da wohne ich... 3. stock li balkon Unwetter in Kampala einer der Matatuparks in Kampala unterwegs nach Jinja... unterwegs... still on the way ;) immer noch unterwegs... im Matatu...  ;) blick nach hinten erster Blick auf den Nil Nil Station in Jinja (es gibt sie doch) nil station markt daneben   Richtung Nilquelle... am Nil so sieht hier die Wäscheleine aus ;) source of the nile... vorne der Nil, hinter der Insel der Victoriasee nil nil Mary nil Übergang richtung Victoriasee nil immer noch am Nil Nil nil Nil am Nil weiter gehts... richtung seeufer auf dem Weg Richtung Ufer fast am Ufer :) erster Blick auf den See lake victoria und weils so schön war nochmal ein Gruppenfoto... made by Mary ;)

 

so jetzt habt ihr paar pics, z.T. alles zehnmal fotografiert, aber trotzdem ungmöglich euch zu zeigen wie schön es da wirklich is ;) müsst ihr selber kommen und schauen ;)

08Sept
2012

so... jetzt gibts news aus Uganda ;)

also dann... mal einen kurzen Überblick über meine erste Woche hier :)

die Reise an sich war ziemlich anstrengend, da übermüdet und in dem engen Flieger von Istanbul nach Entebbe, Uganda (mit Zwischenlandung in Kigali, Ruanda) net viel mit schlafen war. sind dann gegen 3 uhr dort gelandet und wurden gegen 5 Uhr von unserem Koordinatior Leo abgeholt. Wir waren dann auch erstmal ne Weile unterwegs und da gegen halb sieben hier so die Sonne aufgeht, auch schon einen ersten Eindruck von der Umgebung gewonnnen. Selbst um die Uhrzeit is hier schon mächtig was los.

naja dann gings in unsere wohnung... sie ist in Busega, einem Stadtteil von Kampala und dort in einem ca. 4 stöckiges Gebäude,direkt neben der Hauptstrasse (und da is ständig was los) ganz unten befindet sich ein Supermarkt, darüber ein Restaurant oder sowas, neben uns wohnt eine indische Familie. wir haben 3 Zimmer, eine Küche mit Gasherd und Ameisen (hat jemand ne Idee was man dagegen machen kann?) und ein Bad mit Dusche. Vor dem Gebäude sitzt rund um die Uhr ein Wachmann. Ich vermute wegen dem Supermark, da das sonst hier in der Gegend eher unüblich ist. Momentan wohnen wir hier zu dritt, da Jule am Montag oder Dienstag erst nach Jinja in ihr Projekt kommt.

Dienstag haben wir erstmal nur geschlafen, Mittwoch fing schonmal gut an, zwei Moskitos in meinem Netz erschlagen, dann Morgens kein Strom und kein Wasser im Bad. Gut, dann eben Haare in der Küche waschen, kurz was Essen... Dann kam schon Leo und los gings. Mit dem Matatu (so ne Art Sammeltaxi, man kann jederzeit zusteigen) zu unserem neuen Arbeitsplatz.... vorstellen, Leute kennenlernen, Rundgang... macht alles nen guten Eindruck, auch die Mitarbeiter und die Kids wo schon da sind (waren Ferien, seit Montag is wieder Schule aber es sind noch nicht alle Schüler da). Anschließend sind wir mit Leo weiter nach Kampala Town.... ich war mittlerweile 3 mal in Kampala unten und ich find mich dort kaum zurecht. alles wirkt chaotisch, die Strassen sind vollgestopft mit Autos, Matatus und Boda Bodas, überall Menschen...Weiße Menschen sieht man kaum, daher fällt man umso mehr auf. Ständig heißt es "how are you... how are you, sista",wenn man aber darauf antwortet oder es ignoriert is in der Regel auch schon gut ... oder man hört halt überall "Mazungu, Bazungu" (Weißer, Weiße)... mal klingt es freundlich, manchmal neugierig, selten böse oder als Schimpfwort, oft aber auch als Anmache. Man fällt als weiße Frau auf... und das merkt man. Zumindest in meinem Supermarkt habe ich net mehr ganz so das Gefühl die Hauptattraktion zu sein. Es wird :)

jedenfalls sind wir (zu 3. übrigens) hinter Leo durch die halbe Stadt, von Bank zu Bank, Geld wechseln, Internet besorgen ( oder auch nicht). War echt anstrengend, man muss aufpassen das man Leo nicht verliert, von keinem Boda Boda oder sonstigem Fahrzeug überfahren wird, nicht fliegt ( die Strassen sind eine Katastrophe... voller Schlaglöcher, aber darauf zu laufen is eh zu gefährlich , und daneben rote Erde, dann wieder teilweise gepflastert, dann muss man sich irgendwo durchzwängen, hochsteigen, runtersteigen und sobald es geregnet hat... momentan so ungefähr einmal täglich... is alles nur noch voller rotem Matsch und riesiger Pfützen).

Später sind wir dann nochmal los, auf den Markt, bissle Obst zum Abendessen holen... und Matoke (Kochbananen) zum Frühstück. Erste Erfolge beim Handeln :) Und eine Avokado als Mango verkauft bekommen.

Donnerstag erstmal ausgeschlafen, Matoke mit Zimt gekocht und festgestellt... der Hammer is des jetzt echt net... hat keinen wirklichen Geschmack, erinnert bissle an zermanschte Kartoffeln. MIt viel Zucker wars dann echt ok. Mittags sind wir dann alleine losgezogen... nach Kampala rein, Internet Stick kaufen... wird schon net so schwer sein. Ins Matatu...und los. tja, des Matatu hat ganz wo anderst angehalten wie gestern und kaum warn wir draußen fing es an zu schütten. naja gut unterstellen, zur Kampala Road (Hauptstrasse) durchfragen, der Regen wird bestimmt geleich wieder aufhören. Hat er dann auch... für ca 5 Minuten. Gefühlte Stunden später, pitschnass, nachdem wir kreuz und quer durch das Zentrum geirrt sind und ich weiß net wie viele Leute nach dem Weg zum Orangeshop ( da gibts Internet ;)) gefragt hatten, hatten wir endlich eine Filiale gefunden. Tja.. Internetsticks gibts, aber für die Registrierung bitte Passport... und den haben wir natürlich net dabei. Gut dann eben morgen. Jetzt noch das richtige Matatu nach Hause finden. Oder zumindest den Matatu Park. Ging dann auch relativ schnell... waren uns auch ziemlich sicher das wir von hier aus gestern zurückgefahren sind. Der Old Taxi park, wie er hier genannt wird, ist ein großer ungepflasterter Platz, auf dem die ganzen Matatus irgendwie kreuz und quer stehen, irgendwie sind sie aber nach Zielort sortiert. Aber jetzt mal das Richtige finden! Auf den Schildern steht nirgends Busega, also fragen wir uns durch. Der eine meint weiter hinten, der andere meint noch wo anderst, ein anderer erzäht uns von nem kleinen taxi park hinter den Häusern gegenüber... ok dann dahin... nee da gehts nur nach Buzega... haben wohl des 'se' falsch betont :) es wird schon langsam dunkel, vielleicht ein Matatu in die Richtung aus der wir heute mittag gekommen sind anhalten, aber die sind alle schon voll, keiner kann uns helfen. Na gut wieder zurück zum old taxi park... Die Helfer von vorhin beraten sich nochmal und kommen zu dem Schluss dass wir zum New Taxi Park müssen und einer bringt uns schlussendlich dann hin und auch noch zum Richtigen Matatu. Aber es is echt toll, egal wenn man fragt, alle versuchen immer zu helfen. Abends gabs dann Posho (Meisbrei) zum Essen, schmeckt ungefähr nach nix, mit Zimt und Zucker essbar :/ ... des war dann auch echt genug Uganda für den Tag, war froh als ich in meinem Bett lag (die Matratze macht mich fertig... ich lieg da wie in nem Loch, des is irgendso ein Schaumstoffzeug)

Gestern war net so viel los, sind bissle früher los, zum Frühstück gabs Porridge (Haferflocken mit Milch gekocht... hatten wir keine da, also mit Wasser )... mit Zucker sind sie essbar. Dann nochmal in die Stadt rein... mit Passport ;) unterwegs hat sich unser Matatufahrer mit nem Boda Boda fahrer angelegt, ich saß vorne und natürlich genau zwischen den Beiden. Als der Boda Boda Fahrer dann nen Stein aufgehoben hat und unseren Fahrer angebrüllt hat (ich glaub es ging um die Vorfahrt oder so) wurde mir echt kurz anderst. der Boda Fahrer is dann aber abgezogen und unser Fahrer is zum Glück ruhig geblieben. Aber das war bisher echt die einzige Situation in Uganda wo ich wirklich kurz Angst hatte, sonst fühl ich mich hier eigentlich ziemlich sicher. In der Stadt dann mal wieder kein Meter zurechtgefunden, aber dafür den Shop recht schnell gefunden. Da hier irgendwie nichts einfach so zu klappen scheint, gabs mit der Registrierung natürlich Probleme... aber egal... seit gestern mittag hab ich Internet... sind dann später noch aufn Markt, Abendessen kaufen... es gab Chabati (so ne Art dünnes Fladenbrot oder dicke Pfannkuchen, kann man hier überall am Strassenrand kaufen) mit Tomaten.

Heut haben wir net viel gemacht... außer vielleicht die Wohnung unter Wasser gesetzt :D die Dusche war verstopft, Jule hats net gemerkt ... und so lief das Wasser bis ins Wohnzimmer... zum Glück haben wir Fliesen. So konnten wir heut morgen erstmal putzen. Sonst war heut eher en fauler Tag... lesen, Blog schreiben... weiter wie bis zum supermarkt runter bin ich heut noch net gekommen.

sonst... hier is alles so ganz anderst wie in Deutschland,

schon alleine die Luft is irgendwie schwerer,

die Menschen, der Umgang miteinander. hier is es ganz normal wenn zwei erwachsene Männer Händchenhaltend durch die Gegend laufen.. das ist ein Zeichen der Freundschaft. Hier geht man halt alles bissle relaxter an. (Außer sie haben 2 oder mehr Räder unter sich ;))

Das Essen... Posho, Matoke, chabati, sind hier so die üblichen Essen, die man sich auch auf Dauer leisten kann... die Auswahl an Gemüse hält sich in Grenzen, aber die Früchte hier sind echt lecker.

Die Währung... die kleinste Münze die ich hier bis jetzt gesehen habe sind 100 Schilling, 1 € sind ungefahr 3100 Schilling,

Der Verkehr... alle fahren links, oder wie sie wollen ( so sieht es zumindest manchmal aus). Wenn man über die strasse will, dann möglichst schnell... gebremst wird hier glaub ich selten. Und vor allem wird hier ständig gehupt... vor allem die Matatus... wenn sie anhalten, losfahren, jemanden laufen sehen, überholen, sich irgendwo reinquetschen wollen, wenn die Hupe klemmt :) Und überall sind diese Boda Bodas. ich hab letztens eins gesehen das hat eine 3er sofagarnitur transportiert.... 2- 3 mitfahrer sind keine seltenheit und die Frauen mit ihren Röcken sitzen oft seitlich drauf... und die fahren oft echt riskant.

Meine Rolle... Jetzt bin ich hier der Ausländer, in nem ganz Fremden Land, verstehe die Sprache, die Kultur, die hier üblichen Umgangsformen nicht. Wir wurden letztens in Kampala ausgelacht von mehreren Frauen... und ich hab kein Plan warum.

Der Lebensstandard... wir Freiwilligen leben ja noch ganz gut hier, aber Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Uns wurde auch geraten ein Kanister für Wasser zu besorgen... falls es mal wieder ausfällt. Kalt duschen is momentan angesagt, wir haben zwar heißes Wasser, aber mit dem Mischen hier funktioniert das net so. Importierte Produkte sind teuer, ebenso wie Internet daheim...

Aber das ist gut so... einfach mal ganz anderst leben, mit weniger auskommen und mit einem Gasherd klarkommen ;)

Also... mir gehts hier gut, bin gut angekommen, bin noch am einleben, aber soweit is alles cool.

Morgen wollen wir zum Victoriasee und ab Montag gehts los mit Arbeiten.

Is jetzt wohl doch bissle länger geworden ;) also dann, dass nächste mal gibts mehr Bilder. 

Also ich wünsch euch noch ne gute Zeit, bis bald :)

Jo

 

  Hauptstrasse... vom Balkon aus Hinterm Haus rechts seitlich... die Hügel dahinten is alles Kampala

 

mein geliebter Gasherd... an dem verbrenn ich mir regelmäßg die Finger Matoke in arbeit beim frühstück machen... porridge :/ chapati ... besste hier ;) 

 

29August
2012

Bald geht es los

sodele... hier is mein versprochener Blog. Ich werde versuchen euch regelmäßig auf dem Laufenden zu halten .Aber ihr kennt mich ja... also net böse sein wenns manchmal bissle länger dauert ;)

Also am Montag gehts jetzt eeeeendlich los... hoffe auch regelmäßig von euch  zu hören, der Möglichkeiten gibt es ja viele.

also dann... man sieht, hört, liest sich

Jo